07.11.09

Tongariro Alpine Crossing / The Ngauruhoe Summit

ca. 25km, 1300m rauf, 1700m runter, 9h unterwegs

Heute morgen war für mich um 04:30 Tagwache, auf jeden Fall war es so geplant,, nur kam etwas dazwischen. Ein 62 jähriger Taiwanese ist auch in meinem Zimmer, sein Englisch isch trotz kanadischer Staatsbürgerschaft recht schlecht und so versteht er manchmal etwas falsch. Irgendwie hat er die Information falsch verstanden, dass der Bus für den Tongariro Alpine Crossing ein wenig früher kommt, auf jeden Fall fing er um 4 Uhr in der Nacht sein Gepäck zu packen, nach einer Weile sagte ich ihm dass der der Bus erst um 05:30 fährt und er ging wieder ins Bett zurück. Um ca. 05:45 fuhr unser Shuttle-Bus vor, vom YHA waren wir zu Dritt, der Taiwanese, eine Deutsche (Dorothe) und ich und wir fuhren noch bei einigen Hostels vorbei und luden weitere Wanderer auf. Um ca. 07:15 waren wir dann beim Ausgangspunkt der Wanderung auf ca 1150müM, immer noch im dicksten Nebel, wobei die Wetterprognosen für heute sehr gut waren. Nach einem letzten Besuch auf dem WC lief ich los, Dorothe war auch dabei und zottelten wir in einem recht hohen Tempo bergauf und wir kamen schon bald aus dem Nebel raus und wurden von der Morgensonne schön aufgewärmt. Nach einem kleinen Abstecher zu den Soda Springs fing die Stteigung an, schon bald war ich total durchgeschwitzt und schnaufte wie ein Dampflock, um 09:00 hatten wir die Höhe vom South Crater (1660 müM) erreicht und wir nahmen den Aufstieg auf den Ngauruhoe Summit (2291 müM) in Angriff, wir mussten den Weg richtig suchen aber schon bald gab es keinen Weg mehr und wir kraxelten über die Lawasteine dem Gipfel entgegen, wenn ich wahrscheinlich alleine unterwegs gewesen wäre hätte ich umgekehrt aber so stapfte ich weiter. Unterwegs hatte ich recht Mühe, musste mehrere Pausen einlegen und zwischendurch eine kleine Stärkung zu mir nehmen. Immer wieder rutschte ich auf den kugellagerartiten Steinen aus und rutschhte wieder ein wenig runter, ein Trost war, dass die meisten Besteiger des Vulkankegels ein wenig Mühe mit dem Aufstieg hatten. Die letzten Meter zum Gipfel taumelte ich nur noch dahin und war richtig froh als ich angekommen war und mich auf den warmen Vulkanstein setzen konnte, ich musste ein paarmal den platz wechseln weil es immer recht heiss wurde, dazu blies ein bissig kalter Wind über die Kuppe, zum Glück hatte ich genügend Kleider dabei und war gut eingepackt. Ich genoss richtig mein Schinken-Mozarella-Sandwhich. Nachdem ich mich gestärkt hatte machte ich ein paar Fotos und dann ging es schon bald wieder an den Abstieg, beim Gipfel oben war es recht rutschig und so fielen wair dutzende Male hin bis wir endlich zu den Geröllhalden kamen. Die Steine waren auch oft lose, so dass sie den Hang runterkullerten, ich hatte jedes mal Angst, dass diese einen Wanderer darunter trafen. In der Geröllhalde fing der Spass an, mit grossen Schritten konnten wir den Hang runterrennen, es gab wiederum ein paar Stürze aber im losen Kies waren diese nicht schlimm, unten angekommen mussten wir zuerst unsere Schuhe vom Schotter befreihen. Weiter gings über den Südkrater der nächsten Steigung entgegen, in welcher ich meine Tempo recht drosseln musste, da ich immer noch den letzten Berg recht spührte. Beim Red Crater angekommen wusste ich dass das Gröbste geschafft war und es mehr oder weniger nur noch runter ging. Bei den Emerald Lakes trafen wir auf eine Gruppe von Engländern, die auch im YHA wohnten und so wuchs unsere Wandergruppe auf 7 Personen an. Der Abstieg, ca. 3 Stunden ging wieder recht in die beine, waren wieder viele Treppen zu nehmen und um 16:00 trafeen wir beim Shuttle-Bus-Treffpunkt ein und warteten noch bis die letzten eintrafen und so fuhren wir alle müde und erschöpft in Richtung Taupo zurück, natürlich wieder einmal mit einem kleinen Zwischenfall mit dem Taiwanesen. Als die ersten Leute beim YHA Turanga (nicht Taupo) ausstiegen, stieg der Taiwanese in den Bus ein. Anscheinend hörte er auf der Rückfahrt einfach, dass wir beim YHA sind und er stieg einfach auf, obwohl die Fahrt am morgen ca. 1.5 Sstunden gedauert hat und wir schon nach 30 Minuten in Tauranga angekommen sind. Als er hörte dass wir alle, sogar die Frauen (ist anscheinend in Taiwan nicht üblich) auf dem Mount Ngauruhoe waren schwieg er auf dem Rest der Reise, welch eine Wohltat.
Mount Ngauruhoe ist durch den Film "Herr der Ringe" noch berühmter geworden, ist es doch der Vulkan in Mordor wo der Ring versenkt werden musste um ihn zu vernichten.
Die Wanderung war, trotz den Strapazen, wunderschön, das Wetter spielte natürlich auch mit, war es doch meisten schön sonnig. Die Aussicht die man auf der ganzen Wanderung hat ist atemberaubend, auch haben mir die diveresen noch rauchenden Vulkankegel und sonstige Löcher gefallen, ist es doch eine Welt die es in der Schweiz nicht gibt. Ich kann den Tongariro Alpine Crossing auf jeden Fall jedem Neuseeland-Besuche empfehlen und die Strapazen sind erträglich, vor allem wenn man nur den Crossing macht und nicht noch auf die Seitenpfade (Mt Ngauruhoe, Mt Tongariro) macht. Empfehlenswert sind einfach windichte, warme Kleider für den oberen Teil der Wanderung, zieht doch immer ein recht giftiger Wind über die Bergkanten hinweg. Da es unterwegs kein Wasser und sonstige Verpflegung hat ist alles mitzutragen, ich leerte ohne Probleme 3 Liter Mineralwasser.
Im Hostel zurück entschied ich mich einen weiteren Tag hier zu bleiben und mich noch ein wenig von der Wanderung zu erholen, zudem ist wieder einmal Wäsche angesagt. So ging ich zur Reception und buchte noch eine weitere Nacht und beim Bezahlen mit der Kreditkarte ist das Unglück geschehen, die Kreditkarte ist einfach zerbrochen. Der Dame in der Reception war nichts mehr recht und sie versuchte rief sogar in die Schweiz zum Kreditkartenunternehmen an, natürlich konnte sie nichts ausrichten. Ich rief danach selber an und der freundliche Herr gab mir bereitwillig einige Tips was ich machen musste und so werde ich hoffentlich in einer Woche schon im Besitz der neuen Kreditkarte sein, eine wirklich super Dienstleistung der Schweizer Banken, die Dame an der Reception war auf jeden Fall recht erstaunt als ich Ihr die Geschichte erzählte. Ich konnte noch einen Fax gratis in die Schweiz senden, ich hatte beinahe das Gefühl, dass sie selber keine neue Kreditkarte in Neuseeland in so kurzer Zeit bekommt. War wieder einmal richtig stolz auf unser Bankenwesen, was ja in letzter Zeit nicht immer der Fall war. Zum Glück habe ichh noch meine EC-Karte dabei und Online-Banking geht ja auch noch ohne ganze Kreditkarte. Zudem ist der Chip noch intakt und ich kann weiterhin Zahlungen machen.


Die ersten Sonnenstrahlen auf der Wanderung.


Super ausgebaute Wanderwege auf der Hauptroute.


Ein Blick zurück aufs Nebelmeer.


Ein Blick auf den South Crater (1660müM)


Den Rest des Tongariro Crossing, im Hintergrund der Blue Lake.


Die Pause auf dem Gipfel vom Mt Ngauruhoe, deutlich zu sehen sind die Dampfwolken die hinter dem Sitzplatz aufsteigen.


Mein Gipfelfoto, sieht ein bischen komisch aus, da ich im recht steilen Gelände stehen musste und das Foto von oben gemacht wurde.


Der Abstieg über die Geröllhalde, eindeutig weniger anstrengend als der Aufstieg.


Wieder unten am Mt Ngauruhoe angekommen.


Ein Blick zurück auf den Mt Ngauruhoe.


Der zweite Gipfel beim Red Crater (1886 müM).


Der Red Crater.


Emerald Lakes.


Ein Blick zurück, Emerald Lake, Red Crater.


Im Vordegrund das erstarrte Lavafeld des Red Crater, im Hintergrund in der Wolke der Mt Ngauruhoe.


Der Weg runter ins Tal.


Ein wenig mehr bevölkert.


Das Tal mit dem Lake Tongariro.


Der letzte Teil der Wanderung schön im Schatten der Bäume.


Ein kleiner Wasserfall noch zum Schluss.

Posted by pfiff at 07.11.09 22:00
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