11.11.09

Mittwochstauchen

Wieder einmal im Wasser, inklusive einem Rescue-Einsatz.

Heute morgen war wieder einmal früher Tagwache, um 06:30 war ich schon auf dem Weg unter die Dusche. Anschliessend gemütlich frühstücken und fertig packen. Das bestellte Taxi war pünktlich um halb neun vor dem YHA und schon ging es in Richtung DiveHQ. Es herschte irgendwie ein Chaos, diverse Leute standen im Shop und alle machten sich fürs Tauchen bereit, ich suchte mir eine ruhige Ecke aus und installierte mein Material, die Pressluftflaschen hatten DIN-Ventile und meine 13kg Blei passten wieder einmal nicht in all meine Bleitaschen, so bekam ich noch einen Bleigurt. Das Boot stand auch gerade im Raum und so konnten wir bereits alles verladen und mussten nur noch über einen Parkplatz zum Wasser gehen wo das Boot auch eingewasssert wurde. Alle 6 Taucher waren auf dem Boot, ein wenig eine Piratenbande: Bärte und Holzbeine waren vorhanden, die Stimmung war recht ausgelassen. Kurz vor dem Ziel merkte ich auf einmal dass die anderen ein wenig nervös waren, sie zeigten auf ein kleines Boot mit einer Tauchflagge das auf dem Wasser daherschaukelte. Irgendwann begriff ich, dass das Boot über dem Sandboden war und weit weg vom eigentlichen Tauchplatz, als wir uns näherten sass nur eine Frau darin am Fischen. Ihr wurde gesagt, dass sie am driften ist und schon recht weit weg vom Tauchplatz und wurde gefragt ob sie das Boot fahren könne, was sie verneinte. Also stieg einer unserer Taucher aufs andere Boot und hob den Anker (der nicht hielt) und wir fuhren wieder langsam zurück in Richtung Tauchplatz, auf allen Seiten schauten wir ins Wasser und suchten nach dem Taucher. Mittlerweile waren die Wellen schon recht hoch und der Wind blies vom Land her aufs offene Meer hinaus. Immer wieder dachte ich, dass ich ein Kopf im Wasser sah, es waren aber immer die Bojen der Cray-Pots (Fangkörbe für Langusten). Auf einmal sah ich eine Person mit der Safety-Saussage (Notfall-Signal-Boje) winken und als wir näher kamen erkannten wir den Taucher. Er stieg in sein Boot ein und im nachhinein erfuhren wir, dass er bereits eine halbe Stunde sich an eine Boje geklammert hatte und nach Schiffen Ausschau hielt, währenddessen seine Freundin immer weiter mit dem Boot aufs Meer hinaustrieb. Er fuhr anschliessend zurück in den Hafen und wir machten uns für unseren Tauchgang bereit. Natürlich war der Andere das Thema beim umziehen und die anderen meinten, dass dieser seinen Zwischenfall dann noch einmal genau erklären müsse, war das Ganze doch recht fahrlässig. Wir wurden noch gefragt ob alle eine Notfall-Signal-Boje dabei haben, nur die Hälfte war damit ausgerüstet, ich war recht Stolz dass ich neben der Boje auch noch einen Signalspiegel und die Trillerpfeife dabei hatte. Auf jeden Fall ist im Meer eine Safety-Sassage immer zu empfehlen, die Wellen müssen nicht sehr hoch sein und ein treibender Taucher ist nur sehr schwer im Wasser zu finden.
Mein Tauchgang selber war nicht sehr ereignisvoll, die Sicht war relativ schhlecht und der Boden war mit Felsen (Lava?) übersäht und überall hatte es Kelp. Ich fand jedoch ein paar Schnecken und Muscheln und im grossen Ganzen war der Platz gar nicht so schlecht. Einfach die dauernde Brandung machte das Fotografieren recht schwierig. Nach ca. 40 Minuten schoss ich meine Boje rauf und so im Sicherheitsstopp hängend bemerkte ich, dass die Strömung doch recht stark war und der Grund recht schnell an mir vorbeizog. Als ich schlussendlich an die Oberfläche kam war ich nur wenige Meter vom Boot entfernt, der Tip des Kapitäns immer in Richtung Westen zu schwimmen war also sehr gut. Nachdem ich es beim recht starken Wellengang ins Boot geschafft hatte machten wir uns auf den Rückweg, die Wellen waren einfach zu hoch um noch einen zweiten Tauchgang zu machen. Da der Wind immer noch vom Land her blies waren die Wellen recht steil und wir kamen nur langsam vorwärts, unterwegs mussten wir noch den Benzintank wechseln aber schon bald kamen wir im Hafen an, wo das Anlegen auch noch ein paar Schwierigkeiten machte, da der Wind das Boot immer ein wenig quer stellte.
Zurück im Tauchshop konnte ich all mein Material auswaschen und wieder einpacken. Der Chef gab mir wieder 20 NZ$ zurück, da ich keinen zweiten Tauchgang machen konnte, so kostete mich schlussendlich der Tauchgang nur noch 60 NZ$, plus das Taxi (12 NZ$), auf dem Rückweg fuhr mich ein Kunde direkt bis zum YHA.
Der Tauchplatz war sicher nicht weltbewegend, ich war nach Aussage vom Chef einfach ein wenig zu früh dort, im Sommer (Januar) muss die Sicht viel besser sein, mir hat es dennoch gefallen und dass mir der Chef am Schluss ohne dass ich was gesagt habe einen Teil der Kosten zurück gegeben hat gefiel mir sehr gut. Gut fand ich auch, als die Gruppeneinteiilung gemacht wurde, war ich zuerst mit einem blutigen Anfänger zusammen, aber da griff der Chef ein und änderte die Gruppen so dass ich mit einem erfahrenen Taucher ins Wasser konnte. Ich könnte mir vorstellen, dass zur richtigen Zeit hier noch ganz interessante, günstige Tauchgänge gemacht werden könnten. Ich war auf jeden Fall mit dem Tauchshop, den Leuten und dem Tauchgang sehr zufrieden.
Den Rest des Tages verbrachte ich wieder einmal mit Berichte schreiben, Lesen, Kaffee trinken und einfach ein wenig geniessen. Das Wetter am späteren Nachmittag war wieder wie am ersten Tag hier in Napier, es regnete und der Wind blies recht kräftig.
Beim Reservieren der Unterkunft in Wellington habe ich mit Schrecken festgestellt, dass das YHA am Samstag bereits ausgebucht ist, irgend so ein Rugby-Spiel findet statt, nun muss ich mich morgen erst einmal auf die Suche nach einer Unterkunft für Samstag Nacht machen, falls es nicht möglich ist werde ich halt schon früher auf die Südinsel reisen. So wie die Leute im Tauchshop sprachen muss das Tauchen in Picton, Nelson und Milford Sound ganz schön sein, ich freue mich auf jeden Fall schon darauf, zudem ist wieder eine Wanderung im Abeltasman National Park angesagt, muss dies doch etwas vom Schönsten hier in Neuseeland sein.

Mein Busfahrplan für morgen, wieder einmal viel Zeit zum Lesen:
12.11.2009 08:00 Napier (IC 6961)
12.11.2009 13:10 Wellington


Muscheln.


Schnecke.


Keine Ahnung was das ist: Muschel, Schnecke, ...


Fisch.


Die Aussicht aus meinem Zimmer.

Posted by pfiff at 11.11.09 20:00
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